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Wieso es so einfach ist, sich in der Schwangerschaft Sorgen zu machen

Wieso wir uns in der Schwangerschaft so schnell Sorgen machen und, wie wir es lassen.

Ich möchte mit dir in diesem Beitrag erklären, warum wir bei Unsicherheiten negative Szenarien in unserem Kopf aufstellen und wieso unser Gehirn das tut, obwohl es nicht hilfreich ist. Und ich teile eine Übung mit dir, damit du etwas dagegen tun kannst.
Ich wünsche dir ganz viel Freude beim Lesen.

“Du kannst dein Jetzt zerstören, indem du dir Sorgen um dein Morgen machst.” Janis Joplin

Obwohl es dir jetzt gerade eigentlich gut gehen würde, weil du entspannt auf dem Sofa oder im Bett sitzt oder wo auch immer du gerade diesen Blogartikel liest, bist du vllt trotzdem alles andere als entspannt, weil du gedanklich immer wieder abschweifst und du dir Sorgen um dein ungeborenes Baby, die Geburt oder die Zeit als frisch gebackene Mama machst. Glaub mir, da bist du nicht alleine. Uns geht oder ging es allen so.

Es ist nämlich sehr einfach sich Sorgen zu machen, vor allem in einer Schwangerschaft, weil so vieles einfach ungewiss und unbekannt ist.

Teil unseres Seins

Und dieses sich Sorgen machen, also negative Gedanken zu haben, ist einfach ein Teil vom Menschsein. Und das liegt ganz einfach daran, dass unser Gehirn eine Negativitätstendenz hat. Das heißt die Synapsen in unserem Gehirn sind so verdrahtet, dass es ganz automatisch bei Unsicherheiten Szenarios in unserem Kopf aufstellt, die in der Zukunft passieren könnten. Und zu vermutlich 99,9 % sind diese Szenarien im Kopf negativer Natur, weil wir dadurch das Gefühl haben, auf schlimme Situationen besser vorbereitet zu sein, wenn diese Situation dann eintritt.

In der Steinzeit war diese Art zu Denken definitiv hilfreich und eine Art Überlebensschutz. Heutzutage ist es das allerdings leider nicht mehr und verursacht uns mehr Stress als wir eigentlich haben müssten. Wenn ich mir zb Lilly anschaue und ihr dabei zugucke, wie sie jetzt krabbelt und sich an allem hochzieht, kommen mir manchmal automatisch Bilder in den Kopf, wo sie fällt und mit ihrem Kopf gegen die Metallbeine vom Wohnzimmertisch knallt. Und dann hat sie in meinen Gedanken natürlich nicht nur eine kleine Beule, sondern gleich eine Platzwunde, die genäht werden muss. Und alles wird ganz schrecklich sein. Solche ähnlichen Bilder hatte ich natürlich auch schon während der Schwangerschaft im Kopf. Natürlich nicht wie sie hinfällt, sondern eher was passieren würde, wenn es ihr im Bauch nicht gut geht.

Und da sind wir dann genau bei eben genannten Zitat. Ich sitze also auf dem Sofa, schaue Lilly zu wie sie sich ausprobiert und im hier und jetzt ist alles schön. Nur in meiner Gedankenwelt kreiere ich Dinge, die alles andere als schön sind und mache mir damit diesen wunderschönen Moment kaputt, Lilly einfach nur in ihrem Seins zu beobachten.

Gedankliche Vorwegnahmen bringen uns Stress

In dem Buch “das Buch, von dem du dir wünscht, deine Eltern hätten es gelesen”, sehr zu empfehlen übrigens, schreibt Philippa Perry folgendes: “Wenn das Schlimmste passiert, wird die Tatsache, dass du sowas immer schon befürchtet hast, deine Trauer nicht lindern können.” Meine ganzen gedanklichen Vorwegnahmen führen also vor allem dazu, dass es mir im Vorfeld schon schlecht geht. Und nicht, dass ich besser auf eine solche Situation vorbereitet wäre.

Und obwohl ich mich jetzt schon schlecht fühle und innerlich unruhig bin, bedeutet das trotzdem nicht, Gott sei Dank nicht, dass deine negativen Phantasien eintreten werden.

Dh ich habe mittlerweile verstanden, das ich gestresst bin, obwohl dieses Szenario in meinem Kopf so vermutlich zu 99 % gar nicht erst eintreten wird. Und das gibt mir genug Sicherheit und Selbstvertrauen, diese Gedanken einfach wieder loszulassen. Weil, was hab ich davon? Nichts. Eher im Gegenteil. Ich mache mir einen schönen Moment kaputt. Und das muss eben nicht so sein. Und das hab ich vor Jahren verstanden. Und trotzdem kommen diese negativen Gedanken immer noch automatisch. Das ist auch total ok, weil ich gelernt habe, sie einfach nicht mehr zu glauben, sondern ich hinterfrage sie und richte meinen Fokus dann wieder auf das, auf was ich mich wirklich konzentrieren will. Zb Lillys Lachen, wenn sie hinplumpst. Und dann hab ich sofort keinen Stress mehr. Und wir werden sowieso immer wieder in unserem Leben gestresst sein, weil neue Dinge auf uns zukommen oder wir aus unserer Komfortzone rausgehen usw. Und eigentlich geht es immer nur darum, in dem Moment seine eigenen Gedanken wahrzunehmen und aus diesem gedanklichen Teufelskreis möglichst schnell auszusteigen. Er bringt dich nämlich nirgends hin. Ganz im Gegenteil sogar.

Sorgen verhindern deine Vorfreude

Wenn du dir viele Sorgen machst und ständig negative Gedanken hast, verhindern diese Sorgen vor allem, dass du dich über deine Schwangerschaft freust. Sorgen oder auch Ängste führen eben dazu, dass du nicht mehr in der Gegenwart bist, wo meistens aber alles gut ist. Wie jetzt zb. Du ließt dir diesen Artikel durch. Dein Baby im Bauch strampelt vllt glücklich vor sich hin oder schläft ganz ruhig. Im hier und jetzt ist eben meistens alles gut. Wenn jetzt deine Gedanken dazu kommen und du dir Sorgen machst, wie es wohl sein wird, wenn der kleine Knopf dann da ist, wenn du Schuldgefühle hast, weil du dich auf der Arbeit nicht mehr richtig konzentrieren kannst und die Qualität darunter leidet, wenn du darüber nachdenkst, wie du wohl als Mama sein wirst und wie sich dein kompletten Leben ändern wird, bist du nicht mehr in der Gegenwart, sondern stellst Hypothesen, also ungeprüfte Theorien über die Zukunft auf, die das Potenzial haben dich zu stressen.

Eine Zeit voller Unsicherheiten

Und wir vergessen oft, dass eine Schwangerschaft viel mehr ist also nur knapp 40 Wochen, in denen dein Baby sich entwickelt. Es ist eben auch eine Zeit voller Unsicherheiten. Und bei einigen auch eine Zeit voller körperlicher Veränderungen, die alles andere als schön sind. Krampfadern, Wassereinlagerungen und ein ständiges auf und ab der eigenen Gefühle, sind dabei genauso unschön, wie die ständige Übelkeit am Anfang, vielleicht sogar das Übergeben in der Öffentlichkeit, was unangenehm sein kann, weil man auch da wieder Hypothesen aufstellt, was andere gerade wohl über einen denken in der Situation.

Und wenn du dich vor allem auf diese unschönen Dinge und Unsicherheiten konzentrierst, passiert vor allem eins: du hast das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren. Und das stresst wieder.

Was kannst du jetzt also tun, damit du weniger gestresst bist?

Nimm dir ein Notizbuch oder einen Zettel und schreib dir deine automatisch in den Kopf kommenden Gedanken auf. Keine Sorge, du machst deine negativen Gedanken dadurch nicht größer, sondern im Gegenteil: sie werden dadurch relativ schnell klein. Wenn du anfängst deine Gedanken aufzuschreiben, schaffst du es dadurch nämlich den negativen Gedankenstrudel, in dem du dich oft befindest, wenn du dir Sorgen machst, anzuhalten und kannst dir deine Gedanken genauer anschauen und sie hinterfragen. Ich mache das gerne, in dem ich mir meine Sätze, die ich aufgeschrieben habe, angucke und mich frage, ob der Gedanke ein Fakt oder doch nur eine Hypothese ist. Und mit Übung bekommst du es dann auch hin, dich das in der jeweiligen Situation zu fragen und nicht erst im Nachhinein. Das ist einfach eine Trainingssache,

Kennst du noch die Gremlins?

Diese kleinen fiesen Monster, die überall Unruhe stiften und Spaß an Zerstörung haben? Ich finde sie sind ein schönes Bild für all deine negativen Gedanken, für Selbstzweifel, Selbstkritik und alle anderen Gedanken, die sich eher gegen dich selbst richten.

Damit du ein Gespür dafür bekommst, was sie so den lieben langen Tag sagen, hier ein paar aktuelle Beispiele von mir: Einer sagt, ich bin eine Rabenmutter, wenn ich mir Me-Time nehme. Ein anderer sagt dass er sich nicht vorstellen kann, dass irgendjemand diese Folge interessant finden wird. Und wie bitte – ich gebe die Kleine wirklich in eine Krippen? Ist das nicht viel zu früh?

In Bezug auf meine Schwangerschaft waren es natürlich andere Kommentare, aber eins haben sie alle gemein. Sowohl bei mir als auch bei dir. Sie sind immer negativ und meistens ziemlich gemein.

Das wichtigste beim Umgang mit Gremlins ist es, sie frühzeitig zu erkennen und ans Licht zu holen. Denn, wenn du dich an den Film erinnerst, ist es für sie tödlich dem Licht ausgesetzt zu sein. Genauso verhält es sich mit unseren negativen Gedanken. Journaling bringt negative Gedanken ans Tageslicht und ermöglicht es dir dadurch Abstand von ihnen zu nehmen.

Wenn du einmal verstanden hast was deine Gremlins, also deine negativen Gedanken vertreibt, kannst du etwas gegen sie tun. Alles was du dafür brauchst, ist deine Aufmerksamkeit. Denn das, worauf du deine Aufmerksamkeit richtest, wird mehr werden. Wenn du also nicht möchtest, dass sich deine Gremlins verbreiten, wähle deine Gedanken bewusst. Höre dir dazu auch gerne die Podcastfolge 5 im Kugelzeit Coaching Podcast an.

Vergiss nicht: dein Gehirn ist dazu da, dich zu schützen. Es ist nicht dazu da, dir zu helfen, glücklich zu sein. Dh die negativen Gedanken kommen viel einfacher und für die positiven oder besser konstruktiven musst du anfangs ein bisschen mehr Energie aufwenden. Und es geht nicht darum alles nur positiv zu sehen. Es geht darum auch bei Stress, Sorgen und Ängsten einen kühlen Kopf zu bewahren und konstruktiv zu bleiben. Und ein erster Schritt in diese Richtung ist es, deine Gedanken ans Tageslicht zu holen.

Deshalb wünsche ich dir ganz viel Spaß beim Journaling.

In diesem Sinne: auf ein schönes Bauchgefühl!
Ich glaub an dich und du solltest es auch tun!
Deine Jill

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