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Wie du Enttäuschungen in deiner Schwangerschaft und als Mama verhinderst

Wieso Erwartungen oft in Enttäuschungen enden, warum das eigentlich so ist und was du dagegen tun kannst.

Wenn ich Schwangere oder auch Mamas über zwei Monate hinweg begleite, sprechen wir einmal in der Woche über ihre Experimente. Also über ihre Selbstreflexion, die sie jeden Tag gemacht haben. Und bei dieser Art von Selbstreflexion geht es darum, sich seiner eigenen stressige oder sorgenbehafteten Momente nochmal bewusst zu werden. Vorrangig mit dem Ziel sie dann analysieren zu können, um für die Zukunft besser aufgestellt zu sein.

Ursachenbekämpfung statt Symptombekämpfung

Denn was wir gemeinsam in den Coachings machen, ist an den Ursachen zu arbeiten und nicht einfach nur Symptombekämpfung zu betreiben. Dh wenn die Coachees feststellen, dass eine bestimmte Situation sie stresst, schauen wir woran es wirklich liegt.

Und da Stress durch unser Denken entsteht, setzen wir eben genau da an wo der Stress herkommt: im Kopf. Und durch die Analyse können wir es hinbekommen, dass dieselbe Situation beim nächsten Mal als nicht mehr so stressig und irgendwann als überhaupt nicht mehr stressig wahrgenommen wird.

Erwartungen als Hauptursache für Stress

Und um das mal zu verdeutlichen, hab ich dir heute mal ein Beispiel mitgebracht, in dem es um Erwartungen geht. Erwartungen sind eine der Hauptquellen von Stress. Und wie du vielleicht selbst an dir feststellst, wenn du es mal bewusst beobachtest: Erwartungen haben wir unglaublich oft.

Egal ob an uns selbst, an unsere Beziehung, an die Schwangerschaft im Allgemeinen oder später auch an unsere Kinder. Und das Beispiel gleich handelt von Erwartungen an das eigene Kind.

Eine romantische Vorstellung vom Erdbeerfeld

Eine meiner Coachees hat letzte Woche mit ihrer kleinen Tochter einen Ausflug auf ein Erdbeerfeld gemacht. Als sie mir das erzählt hat, sind bei mir sofort schöne Bilder in den Kopf gekommen. Genauso wie bei ihr auch, als sie den Tag geplant hat. Sie hat sich total auf den Tag gefreut und dachte, dass auch ihre Tochter das Erdbeerfeld und vor allem auch das selbst pflücken total feiern würde. Sowas macht man schließlich nicht jeden Tag und ist irgendwie was besonderes.

Naja, so zumindest der Plan. Auf dem Feld angekommen hatte die Kleine gerade mal ein paar Minuten Lust, selbst zu pflücken und wollte dann nur noch getragen werden und war quengelig. Du kannst dir vorstellen, wie genervt die Mama war, die sie ihre kleine bei 30 Grad schleppen musste und gleichzeitig selbst Erdbeeren pflücken wollte.

Der wahre Grund hinter all dem Stress

Aber weißt du warum die Mama wirklich genervt war? Weil ganz viele Dinge in ihrem Kopf los gerattert sind. Negative Gedanken noch und nöcher. Wieso freut sie sich nicht? Hat sie keine Lust Zeit mit mir zu verbringen? Hab ich was doofes geplant? Aber sie liebt doch Erdbeeren! Heute Abend habe ich bestimmt wieder Rückenschmerzen! Hätte ich mal was anderes geplant. Sowas mache ich nie wieder mit ihr. Und glaub mir, dass sind noch lange nicht alle Gedanken, die ihr in der Situation, aber auch Stunden danach noch durch den Kopf gegangen sind.

Aber was war jetzt das genaue Problem? Die Mama hätte zu jederzeit den Ausflug abbrechen können. Hat sie aber nicht getan. Weil sie bestimmte Erwartungen im Kopf hatte, wie dieser Tag ablaufen sollte. Und vor allem auch, wie ihre Tochter hätte sein sollen. Nämlich voller Freude über die Quality Time mit ihrer Mama, die sie extra früher aus der Krippe abgeholt hat. Aber anstatt der Kleinen einzuräumen, sich eben so zu verhalten, wie kleine Kinder es tun – nämlich authentisch, echt und ehrlich, war die Mama von dem Verhalten ihrer Tochter enttäuscht. Enttäuscht, weil die kleine sich nicht so verhalten hat, wie in den Vorstellungen ihrer Mama.

Und was tun wir, wenn wir enttäuscht werden? Wir reagieren sauer, traurig oder wütend. Und genau das ist auch auf dem Erdbeerfeld passiert. Die Mama war traurig darüber, dass ihre Tochter anscheinend keinen Spaß mit ihr hatte und gleichzeitig auch sauer, weil sie Zeit und Anstrengung in die Planung gesteckt hat. Und Wut über das Tragen hat sich dann auch noch mit unter ihre Gefühle gemischt. Und warum? Weil das Bild in ihrem Kopf nicht eingetreten ist. Sie hatte sich ausgemalt, wie ihre Kleine auf den Ausflug reagiert, wieviel Freude sie beim Pflücken haben wird und wie sehr die kleine ihre Mama dafür feiern würde.

Der Erwartungsfilm in unserem Kopf

Dh die Mama hat gedanklich einen Film produziert und ist davon ausgegangen, dass genau das eintreten wird. Schließlich hat sie sich viel Mühe gegeben und sich auf diese gemeinsame Zeit auch sehr gefreut. Sowas nenne ich mittlerweile Erwartungs-Overload. Und dieses Prinzip, also mit Erwartungen an eine Sache zu gehen, passiert am Tag zu Hauf. Ohne, dass wir uns dessen überhaupt bewusst sein. Sowohl mit positiven als auch mit negativen Erwartungen wohlgemerkt.

Aber die positiven Erwartungen haben leider einige doofe Nebeneffekte. Wir sind nicht nur total oft enttäuscht, wenn etwas eben nicht so läuft wie wir das gerne hätten. Sondern, und das ist vielleicht noch viel schlimmer: nicht erfüllte Erwartungen schaffen es, dass wir nicht mehr präsent im Moment und offen für die einfachsten Planänderungen sind und an so sehr an dem Bild in unserem Kopf festhalten, dass wir nicht lösungsorientiert in der aktuellen Situation reagieren. Und wenn es ganz schlimm kommt, halten wir dann auch noch über Stunden, Tage, Wochen oder manchmal sogar Jahre an dieser Enttäuschung fest.

Alternative Filmvorstellung

Und dieses nicht-lösungsorientiert-reagieren-können wird deutlich, wenn man sich mal überlegt, wie der Tag verlaufen wäre, wenn mein Coachee keine Erwartungen an den Tag und an ihre Tochter gehabt hätte. Vermutlich hätte sie, sobald ihre Tochter quengelig geworden wäre und nur noch auf den Arm wollte, hinterfragt, wieso die kleine nicht gut drauf war. Vielleicht hatte sie einen anstrengenden Tag in der Krippe oder war müde, hungrig oder einfach nur schlecht drauf. Anstatt aber weiterhin am Plan festzuhalten, hätte sie sich vllt einfach ein schattiges Plätzchen gesucht, und hätte ein paar Minuten mit ihrer Kleinen gekuschelt und ihr das gegeben, was sie in dem Moment gebraucht hätte. Was auch immer das war. Aber sie wäre auf die Suche nach dem tatsächlichen Problem gegangen und hätte nicht einfach stur an ihrem Plan festgehalten. Und vielleicht hätte die Pause im Schatten nicht gereicht und dann wären sie frühzeitig wieder nach Hause gefahren. Und all das, ohne sich selbst Vorwürfe zu machen oder der Tochter irgendetwas zu unterstellen.

Und wenn wir alle mal ehrlich zu uns selbst sind, fallen uns bestimmt unzählige Beispiele aus unserem eigenen Leben ein. Je bewusster wir mit diesen Erwartungen umgehen und je schneller wir sie merken, desto schneller können wir unseren inneren Film abschalten und uns wieder ins hier und jetzt holen. Den Erwartungen sind immer ein guter Indikator dafür, dass wir eben nicht achtsam im gegenwärtigen Moment sind und unsere Gedanken mal wieder die Oberhand gewonnen haben. Hier gegenzusteuern kann dir also einiges an Enttäuschung ersparen. Sowohl als Mama, aber natürlich auch in der Schwangerschaft.

Erwartungen an das Geschlecht

Ich kenne so viele Frauen, die enttäuscht von dem Geschlecht ihres Babies sind. Und auch hier liegt das eigentliche Problem nicht in dem Geschlecht, sondern in den eigenen Erwartungen. Und diese Erwartungen können tief ins uns verankert sein und unbewusst die ganze Zeit wirken. Vllt wünschen wir uns so sehr eine so enge Beziehung zu unserem Kind, wie wir sie zu unserer eigenen Mutter hatten. Und in unserem Kopf müssen wir deswegen ein Mädchen bekommen, weil eine solche Bindung mit einem Jungen nicht möglich wäre. Oder wir wollen auf keinen Fall als erstes Kind ein Mädchen, weil alle in der eigenen Familie zuerst einen Jungen hatten oder weil wir uns selbst als Kind immer einen großen Bruder gewünscht haben und jetzt zumindest unsere potenzielle Tochter einen haben soll.

Vielleicht kannst du dich in einigen der Erwartungen wiederfinden. Sicherlich nicht in allen, aber vielleicht in einem. Und dann werden die anderen Erwartungen für dich bestimmt lächerlich und kaum nachvollziehbar klingen. Und vielleicht solltest du diese Sicht auch mal auf deine eigenen Erwartungen übertragen. Denn letztendlich machen sie alle nur eins: sie machen uns unsere Gegenwart kaputt, weil wir uns gedanklich eine Zukunft ausmalen, die es so vielleicht nie geben wird. Und hätten wir diese Erwartungen im Vorfeld erst gar nicht gehabt, wären wir auch über das Geschlecht nicht enttäuscht.

Meine Erwartungen an meinen Partner

Und wir haben natürlich nicht nur Erwartungen an unsere Kinder, egal ob schon geboren, noch im Bauch oder in Planung, sondern auch an unsere Partner und Partnerinnen. Eine meiner Erwartungen war in meiner ersten Schwangerschaft zum Beispiel, dass Hendrik und ich beide in gleichem Maße mit Dingen fürs Baby beschäftigen. Also Kinderzimmer fertig machen, alle wichtigen Dinge anschaffen, sich alles mögliche anlesen und so weiter und so weiter. Ich wette das kennst du auch. Und wow, wie enttäuscht war ich und wie alleine gelassen habe ich mich oft gefühlt, wenn ich die einzige war, die abends im Bett lag und Ratgeber gelesen hat oder auf dem aktuellen Stand war was für Organe gerade aktuell beim Baby wachsen und Hendrik nicht mal wusste in welcher Schwangerschaftswoche wir waren.

Aber warum war ich enttäuscht? Weil ich die nahe Zukunft anders in meinem Kopf ausgemalt habe. Und anstatt Hendriks Art und Weise wie er mit der Schwangerschaft umgegangen ist wahrzunehmen und zu akzeptieren, war ich enttäuscht, weil er meine Erwartungen nicht erfüllt hat. Jetzt wo ich das ausspreche klingt das ziemlich bescheuert und vor allem auch egoistisch. Kein Wunder, dass es so viele Missverständnisse und Enttäuschungen gibt.

Erwartungen an uns selbst

Und diese Erwartungen haben wir ja nicht nur an andere, sondern vor allem auch an uns selbst.

“Erst, wenn ich zwei Jahre im Job gearbeitet habe, werde ich Schwanger”

“Erst, wenn ich im zweiten Trimester bin, kann ich entspannt sein”

“Erst, wenn wir in unserem eigenen Haus wohnen, fühle ich mich wohl”

“Erst, wenn ich 5 Kilo abgenommen habe, mag ich meinen Körper”

Was da hilft, ist sich wirklich mal eine Liste zu schreiben und sich seine eigenen Erwartungen mal selbst vorzulesen. Egal ob an andere oder an sich selbst. Schwarz auf weiß sehen sie meistens schon total lächerlich aus und es fällt uns leichter, sie zu hinterfragen und vor allem auch gehen zu lassen. Und wenn du das gemacht hast und ab dann immer wieder regelmäßig tust, wirst du schnell merken, wie viel leichter dein Leben wird. Von daher wünsche ich dir jetzt ganz viel Spaß beim Listen schreiben.

Und falls du feststellen solltest, dass das alles alleine gar nicht so einfach in der Umsetzung ist, bist du herzlich eingeladen an einem meiner Coachings teilzunehmen. Da ich ja momentan selbst wieder schwanger bin, biete ich noch bis Ende Juli Coachings an und dann gehen ich für den Rest des Jahres in die wohlverdiente Babypause. Aber keine Sorge, du kannst jederzeit mit dem Online Kurs „die schönste Wartezeit“ anfangen. Es trudeln gerade auch die ersten Rezensionen zum Kurs ein und ich freue mich ungemein, dass die Teilnehmerinnen genauso tolle Erkenntnisse, AHA Momente und positive Veränderungen in ihrer Schwangerschaft feststellen, wie in den Einzel- oder auch Gruppencoachings. Wenn dich die Rezensionen interessieren oder du weitere Fragen hast, schau gerne mal hier vorbei.

In diesem Sinne: auf ein schönes Bauchgefühl.

Ich glaub an dich und du solltest es auch tun!

Deine Jill

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Falls du Online Kurse magst, schau gerne mal bei meinem Kurs „die schönste Wartezeit“ vorbei. Er dient dir als Ort, an dem du flexible und zu jeder Zeit, und trotzdem nicht alleine an deinem Mindset arbeitest, um deine Sorgen und Ängste zu verstehen und sie zu lösen.

Alle Infos zu meinen Einzel- und Gruppencoachings mit Schwangeren findest du hier.

Was ehemalige Coachees über die Arbeit mit mir sagen, könnte für dich auch von Interesse sein.

Meine Vision? Das JEDE Schwangere, Stress, und ihre Sorgen und Ängste in ihrer Kugelzeit in den Griff bekommt!

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